Anwalts-ABC

A=Arbeitszeit. Nichts sonst schreckt Berufseinsteiger so ab, wie allseits kursierende Horrorgeschichten über die Arbeitszeiten in Anwaltskanzleien, besonders in wirtschaftsberatenden Großkanzleien. Sind diese Befürchtungen berechtigt?

Sind nicht viele Kanzleien in letzter Zeit vorgeprescht mit mutigen Teilzeit-und Flextime-Arbeitszeitmodellen? Steht nicht das Thema Work-Life-Balance ganz oben auf den Agenden der Personalabteilungen in den Kanzleien? Ja, stimmt. Und dennoch führt kein Weg daran vorbei: Traditionell arbeiten Anwälte sehr viel. Gründe dafür? Zum einen bildet auch bei angestellten Anwälten immer noch das Profil des freiberuflichen, selbstorganisierten, unternehmerisch denkenden Umsatzträgers den Hintergrund. Vor allem im Blick auf den Partner-Status wird es unvermeidlich immer darum gehen, wie viel Umsatz ein Anwalt erwirtschaften kann. Da Kanzleien – wie die meisten Beratungsunternehmen – überwiegend auf der Basis von Zeiteinheiten abrechnen, verkaufen Anwälte also ihre Zeit. Je mehr sie davon in Rechnung stellen können, desto profitabler sind sie. Von einzelnen Phasen abgesehen, wie Fortbildung, Elternzeit usw., führt an langen Arbeitstagen also kein Weg vorbei.

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B=Business (Case)

Gibt’s angeblich nur in angelsächsischen Kanzleien (USA bzw. UK) und bedeutet, dass eine Geschäftsgrundlage, ein Geschäftsmodell, für einen neuen Partner vorhanden sein muss. Das gilt es, meist auch schriftlich und in Präsentationsform kanzleiintern darzulegen. Welche Nische, welche Spezialisierung, woher kommen Mandanten, wie ist der wirtschaftliche Rahmen, welche Branchen, mit welchen Kontakten und Akquisitionsideen? Aber auch in Kanzleien, die das Konzept nicht aktiv nutzen oder sich – angeblich – von solchen betriebswirtschaftlichen Leitideen distanzieren, wird immer die Frage im Raum stehen, ob ein neuer Partner ausreichend Geschäft generieren kann. Braucht man den zehnten Arbeitsrechtspartner in Hamburg oder einen weitere Finanzrechtsexperten am Berliner Standort? Insofern sind frühzeitige Überlegungen, wohin man sich geschäftlich entwickeln will, durchaus angebracht. Seinen Business Case muss übrigens auch jeder Selbständige schlüssig darlegen können, der einen Kredit oder eine Gründungsförderung beantragt.

C=Commitment

Ohne geht es nicht auf dem Karrierepfad. Verpflichtung, Bindung, Engagement, Hingabe: so ließe sich der Begriff übersetzen, der vor allem meint, sich ohne Wenn und Aber, reinzuhängen. Wer sich „committet“ macht deutlich, dass es ihm ernst ist mit der Partnerschaft. Er denkt und handelt unternehmerisch, identifiziert sich mit „der Firma“ und kommuniziert entsprechend – schon bevor er zum Partner gewählt ist. Seine Haltung ist nicht: mal schauen, was die für mich tun. Sondern: Was kann ich zum Wohl der Kanzlei beitragen? Commitment ist bei Arbeitgebern gern gesehen, im Alltag aber nicht immer leicht durchzuhalten. Auf verantwortungsvollem Posten führt letztlich kein Weg dran vorbei – auch in Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden, sogar in der Familie braucht’s Commitment.

D=Dornröschenschlaf

Darin befinden sich erschreckend viele Associates, die sich nicht aktiv um den Fortgang ihrer Karriere kümmern. Sie wachen erschreckt im Jahr sechs oder sieben ihrer Kanzleizugehörigkeit auf, merken, dass sie Mitte 30 überschritten und keinen Anhaltspunkt seitens ihres Partners haben, wohin die Reise gehen soll. Selbst schlicht zu fragen oder um ein Perspektivengespräch zu bitten, trauen sich viele nicht. Manche Partner denken wohl zu Recht: Wenn mein Associate schon nicht für sich verhandeln kann, wie soll der Arme dann Mandanten gegenübertreten. Lassen wir es lieber dabei und beerdigen die Personalakte. Also aufgewacht, es kommt kein Prinz zum Wachküssen.

E=Empathie

Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, freundlicher Umgang – fehlen leider oft in Kanzleien. Und das beileibe nicht nur auf Partnerseite. Sekretärinnen, Praktikanten, Service-Mitarbeiter können ein Lied singen von kommunikationsfaulen, miesepetrigen Juristen, die Autorität mit Herablassung verwechseln. Dabei ist es gerade für Anwälte essenziell, einen freundlichen Umgang zu pflegen. Der Tag, an dem man auf die Bereitschaft der Sekretärin zu Überstunden angewiesen ist, an dem man Kollegen braucht, die ein Auge zudrücken, Mandanten, die eine Deadline verlängern, Mitarbeiter, die eine Extra-Meile gehen – kommt sicher. Außerdem ist es fast schon eine Faustregel: Die richtig guten Anwälte in einer Kanzlei sind auch die höflichen. Es sind die Inkompetenten, die ihre Umwelt drangsalieren.

F=Fixed Share

Nicht so wichtig, aber kann man mal von gehört haben. Anstelle eines nach dem Gesamtgewinn der Kanzlei und der Dauer der Zugehörigkeit variablen Gewinnanteils erhält der Partner eine Art festes Gehalt. Kommt in Frage, wenn die persönliche Profitabilität unterhalb des Ausschüttungsbetrags liegt, ein Partner also weniger erwirtschaftet, als er laut Gewinnverteilungsformel entnehmen dürfte.

G=Gewinn

Das, was bei allem Idealismus die Beutegemeinschaft aus Partnern, die eine Kanzlei bilden, zusammenhält. Auch wenn der renommierte Rechtsgelehrte Anerkennung erfährt und ob seiner wissenschaftlichen Leistungen bewundert wird: noch mehr bewundert wird der Rainmaker, der Umsatzträger. An seinem Votum, ob er ein Amt innehat oder nicht, geht keine Entscheidung in einer Kanzlei vorbei. Eine solche Figur zu verlieren, kann über Wohl und Wehe der Zukunft entscheiden. Insofern ist der Gewinn für einen Rainmaker das, was für Mario Götze die Tore sind: identitätsstiftend.

 H=Hiring

Bedeutet nichts anders als die Gewinnung neuer Anwälte. Komischerweise haben sich militärische Begriffe wie Rekrutierung und Anheuern unwidersprochen durchgesetzt – in einer angeblich sprachlich so sensiblen Zunft wie den deutschen Juristen. Eigentlich müsste man erwarten, dass eine breite Fluchtbewegung einsetzt, wo rein sprachlich schon so hemdsärmelig Rekruten gemustert werden. Wo bleiben die Assoziationen vom Kanonenfutter oder dem Verheiztwerden? Naja, man kommt ja mit dem Leben davon. Aber ein wenig ist es schon so, dass man sich mit der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag zunächst mit Haut und Haaren einer Kanzlei verschreibt. Was man davon hat? Auf jeden Fall eine gute Ausbildung und ein gutes Gehalt. Muss man abwägen.

I=Individualität

Allen Anpassungszwängen in der Arbeitswelt im Allgemeinen und in der Anwaltsbranche im Besonderen zum Trotz: Ohne Persönlichkeit geht es nicht. Ein Patentrezept wird niemand verschreiben können. Aber man wird schwerlich einen erfolgreichen, profilierten Anwalt finden, der nicht kantig, individuell unangepasst ist. Dies erfordert allein schon der Umgang mit Mandanten, die gerade nicht dafür bezahlen, dass ihnen der Berater nach dem Mund redet. Das ergibt in der Regel eine Partnerschaft, in der nur wahrgenommen wird, wer zur eigenen Meinung fähig ist und sich auch mal dem Mainstream widersetzt.

 J=Jammern

Auffällig: Das tun Anwälte überdurchschnittlich oft. Außer den Chirurgen gibt es keine Berufsgruppe, die das Jammern derart kultiviert hat. Ob es an den Gemeinsamkeiten liegt? Viele Nachschichten, Sonderschichten, Not-Einsätze. Oft Operationen am offenen Herzen mit enorm hoher Verantwortung. Der Erwartungsdruck: Halbgötter in Weiß und Schwarz werden es schon richten, zur Not ihr Fach revolutionieren, werden Medizin-bzw. Rechts-Geschichte schreiben – wenn es der Fall erfordert. Trotzdem wäre es eine Erörterung wert, warum Anwälte, darunter so gut wie jeder Partner, unter ihrem Beruf so zu leiden scheinen. In ehrlichen Momenten gestehen sie ein, dass sie sehr gut verdienen, und werden nicht müde zu betonen, dass sie ihren Gestaltungsspielraum schätzen. Auf die Frage „wie geht’s?“ rollen trotzdem alle mit den Augen und stöhnen. Nur einer hat es mal zugegeben: „Im Grunde ist die Partnerschaft doch wie ein riesiger Lottogewinn. Wir haben jedes Jahr sechs Richtige.“

K=Kaufmännisches Denken

Beschreibt neben soliden Rechtskenntnissen und gesundem Judiz die drittwichtigste Stärke im Anwaltsberuf. Auf diesem Feld begegnen Anwälten ihren Mandanten. Deren Denken muss ein Anwalt nicht nur verstehen können, oft agiert er in ihrem Auftrag als kaufmännischer Leiter, Geschäftsführer, Manager, Sanierer, (Vermögens-)Verwalter, Beirat usw. Darüber hinaus ist ein Anwalt immer Unternehmer und Kaufmann in eigener Sache.

L=Lernkurve

Ist unabdingbar auf dem Weg zum Meister seines Fachs. Bezeichnet in einem Bild aus der Mathematik, wie schnell der eigene Lernerfolg ansteigt. Eine steile Lernkurve zu haben bedeutet, schnell Entscheidendes erfassen, verarbeiten und kreativ anwenden zu können.

M=Mergers & Acquisitions (M&A)

Arbeitsrechtler werden sich wehren, Intellectual Property-Anwälte versichern, dass auch mit einer Markenabteilung viel Honorar zu verdienen ist. Dennoch: M&A ist neben Banking & Finance das Herzstück einer wirtschaftsberatenden Kanzlei.

N=Narzissmus

„In der Psychiatrie und der Psychologie kommt der Narzissmus in Betracht bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die aber klar abzugrenzen ist von der allgemeinsprachlichen Verwendung des Begriffs Narzissmus als ‚Selbstverliebtheit‘. Narzisstische Personen sind gekennzeichnet durch einen Mangel an Einfühlungsvermögen und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, was sie mit einem großartigen äußeren Erscheinungsbild zu kompensieren versuchen. Häufig hängt das mit ihrem brüchigen Selbstwertgefühl zusammen. Die Goldene Regel ‚Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu‘ ist Narzisten fremd. Sie behandeln Mitmenschen so, wie sie selbst nicht behandelt werden möchten. Sie besitzen einen Blick für das Besondere, können leistungsstark (in Schule, Beruf, Hobby) sein und haben oft gepflegte und statusbewusste Umgangsformen.“ Quelle: Wikipedia. Noch Fragen?

O=Ohnmacht

Immer wieder zu hören: Die Klagen von Associates über die Umgangsformen ihres Vorgesetzten, will heißen Partners. Da stehen sich erwachsene Akademiker gegenüber, die häufig genug für sich in Anspruch nehmen, Kunstförderer und kultivierte Gesellschaftsmenschen zu sein, und – schreien sich an! Das heißt: Geschrien wird von oben nach unten. Partner macht Associate rund, weil er meint, einen Fehler entdeckt zu haben. Schule und Kasernenhof sind nichts gegen die Flure der Kanzleien. Offenbar gibt es genug Partner, die selber durch eine harte Schule gegangen sind und meinen, Aggressivität und Erniedrigungen gehören zur Ausbildung. Meine Meinung: Wer schreit, hat sie nicht mehr alle. Muss man sich auch nicht gefallen lassen. Ohnmacht ist fehl am Platz. Sklaverei ist seit einigen Jahren abgeschafft.

P=Profilierung

Gehört – nicht nur seit es Rankings gibt – zum Anwaltsberuf wie die Robe zum Forensiker. Zu den Besten seines Fachs zu gehören, sich einen Namen zu machen und als Spezialist angefordert zu werden, ist nicht nur essenziell für den wirtschaftlichen Erfolg und die Akquisition von Mandaten. Es ist auch extrem wichtig für das interne Standing in der Kanzlei, das Selbstwertgefühl und den Erfolg bei der Nachwuchsrekrutierung. Wer will schon als Hinterbänkler enden?

Q=Qualität

Ohne sie ist alles nichts. Juristische Qualität ist das Identitätsmerkmal jeder Anwaltskanzlei, die auf sich hält. Sind in anderen Branchen Kreativität, Schnelligkeit, Kundennähe mindestens genauso wichtig, so gilt im Fach Jura: Das Werkzeug ist die Sprache und das Produkt ist immer noch ein Schriftstück, das für seinen Preis wenig hermacht. Das Mindeste, was man darüber aussagen können muss: Die handwerkliche Qualität stimmt! Wenn Mandanten diese nicht unmittelbar beurteilen können, so können es Richter und Anwälte der Gegenseite. Wenn zur Qualität noch die fachgerechte Dokumentation und Kommunikation dem Mandanten gegenüber kommt, ist der Erfolg schwer aufzuhalten.

R=Rechtspflege

Unabhängiges Organ der Rechtspflege sind Anwälte – laut Selbstbeschreibung in der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO). Dass jeder einzelne aber leider auch verdammt abhängig ist (von Partnern, Kanzlei, Mandanten, internationalen Allianzpartnern, der Konjunktur), bedarf keiner Hervorhebung. Wie andere Freiberufler drückt in der Regel vor allem die wirtschaftliche Abhängigkeit. Gut, wenn man etwas „Fuck off-Money“ zurückgelegt hat.

S=Softskills

Seit geraumer Zeit zeigt sich ein interessanter Trend in Stellenanzeigen aller Branchen und Funktionen: Die Anforderungen an Softskills übersteigen die an fachliche Qualifikationen und Kompetenzen. Punkten kann ein Bewerber heute hauptsächlich mit überdurchschnittlichen weichen Fähigkeiten. Im Team arbeiten, kommunizieren, zuhören, Fragen stellen, sich in Kollegen bzw. Mandanten einfühlen können – wer das beherrscht, ist gut aufgestellt. Siehe:

T=Team

Heißt nicht: Toll ein anderer macht’s. Teamarbeit – welch ein Gemeinplatz – ist wirklich wichtig. Kommunikation entscheidet heute über den Erfolg einer Organisation. Wer meint, Selbst ist der Anwalt, hat in Kanzleien mit komplexen Mandaten (grenzüberschreitend) nichts verloren.

U=UK/USA

Der angelsächsische Sprach- und Rechtsraum dominiert die juristische Beraterwelt. „Made in Germany“ ist keine Messgröße mehr für Qualität und Effizienz – oft zum Leidwesen der deutschen Anwälte, aber ohne Chance, das zu ändern. Vertragsdokumentationen, Definitionen, Mandats-Management: So gut wie alles rund um das Wirtschaftsmandat wird heute nach US- bzw.UK-Gepflogenheiten abgewickelt. Auch die Kommunikation läuft in der Regel auf Englisch, wenn nur ein Beteiligter Nicht-Deutscher ist. Finanzierung gehen meist über internationale Investmenthäuser, Schiedsplätze werden international bestimmt, Beraterteams sind international zusammengesetzt. Selbst Kleidungsstil, Umgangsformen und „Netikette“ sind angelsächsisch. Heißt mit anderen Worten: An einem sehr guten Englisch kommt kein Anwalt vorbei. Noch besser, wenn man einige Zeit in den USA oder Commonwealth-Ländern gelebt hat und kulturellen Stallgeruch mitbringt.

V=Value added

Kann mit Zusatznutzen oder Wertschöpfungsbeitrag übersetzt werden. Ihn Mandanten anbieten zu können, beschreiben Anwälte immer wieder als das Geheimnis ihres Geschäftserfolgs. Dazu gehört aber, sich von der Idee „Dienst nach Vorschrift“ komplett zu verabschieden. Der added value will erarbeitet werden, mit Kreativität und Sitzfleisch.

W=Wirtschaft

Wer als Anwalt die Wirtschaft und ihre Lenker beraten will, ist selber gut beraten, sich möglichst frühzeitig mit ihren Regeln, Gesetzen und Gepflogenheiten vertraut zu machen. Wie immer in einem Vertrauensverhältnis – das eine Beratung unweigerlich ist – empfiehlt es sich, die Welt seines Klienten zu kennen. So wird man ernst genommen. Wer sich als Jurist auf keinen Fall für Wirtschaftsthemen interessiert und in der FAZ eher das Feuilleton aufschlägt, sollte den Weg in die Wirtschaftskanzlei nochmal überdenken.

X (für ein U)= Hinter die Kulissen schauen

Kennen Sie den? Ein Associate kommt in den Himmel und wird von Petrus begrüßt. „Bevor du reindarfst, musst du einen Tag in der Hölle hospitieren und dich danach für die Ewigkeit entscheiden.“ In der Hölle angekommen, staunt der Associate: Von der Terrasse bietet sich ein herrliches Panorama über den Golfplatz auf einen karibischen Strand. Nette Ladies und Gentlemen halten Cocktails in der Hand und lauschen Lounge-Jazz. Der Teufel trägt einen Maßanzug, Ray Bans, Schuhe von Manolo Blahnik und bittet zum Dinner mit Hummer. Am nächsten Morgen ist es Zeit, zu Petrus zurückzukehren. Der Associate verbringt die nächsten 24 Stunden mit Harfe spielen und Hallelujasingen. Als Petrus ihn fragt, wo er die Ewigkeit verbringen möchte, muss der Associate nicht überlegen. „In der Hölle war es cooler.“ Als er zurückkehrt, bietet sich ihm ein trostloses Bild: Eine stinkende Steinwüste mit Müll übersät. „Ich verstehe das nicht“, stottert der Associate, „vorgestern war das hier besser als das Paradies!“ Da nähert sich der Teufel, in Lumpen, hinkend. „Neulich haben wir dich rekrutiert, jetzt bist du unser Associate.“

Y=Yacht

Steht hier sinnbildlich für Einkommen und Gewinn des Einzelnen. In großen Wirtschaftskanzleien wird in der Regel gut verdient, von Anfang an. Die einschlägig qualifizierten Berufseinsteiger fangen im Schnitt mit 100.000 Euro Jahresgehalt an. Partnergewinne sind oft siebenstellig. Trotzdem zeigt sich immer wieder, dass Geld keine zu starken Adhäsionskräfte entfaltet. Viel zu viele Associates aus Großkanzleien verabschieden sich in den ersten drei Jahren ins Richteramt oder in den Staatsdienst. Dass sich ihr Gehalt dabei halbiert, scheint nicht zu stören. Als Schmerzensgeld haben viele ihre üppigen Gehälter erfahren – Schmerzensgeld für ein Leben, das manchmal bis zur Konturlosigkeit eingeschnürt ist und sich auf die einzelne Arbeitsstunde gerechnet ganz schön relativiert. Wer nicht aus einem anderen Antrieb als dem schnellen Euro den Beruf Wirtschaftsanwalt wählt, wird kaum glücklich werden. Wem es am Ende für die Yacht reicht, dem sei sie gegönnt.

Z=Zukunft

Tipp: Voraussagen gilt‘s zu misstrauen, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.

(Der Beitrag wird 2014 im JURAcon-Jahrbuch veröffentlicht)

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Falk Schornstheimer

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