Anwalts-ABC

A=Arbeitszeit. Nichts sonst schreckt Berufseinsteiger so ab, wie allseits kursierende Horrorgeschichten über die Arbeitszeiten in Anwaltskanzleien, besonders in wirtschaftsberatenden Großkanzleien. Sind diese Befürchtungen berechtigt?

Sind nicht viele Kanzleien in letzter Zeit vorgeprescht mit mutigen Teilzeit-und Flextime-Arbeitszeitmodellen? Steht nicht das Thema Work-Life-Balance ganz oben auf den Agenden der Personalabteilungen in den Kanzleien? Ja, stimmt. Und dennoch führt kein Weg daran vorbei: Traditionell arbeiten Anwälte sehr viel. Gründe dafür? Zum einen bildet auch bei angestellten Anwälten immer noch das Profil des freiberuflichen, selbstorganisierten, unternehmerisch denkenden Umsatzträgers den Hintergrund. Vor allem im Blick auf den Partner-Status wird es unvermeidlich immer darum gehen, wie viel Umsatz ein Anwalt erwirtschaften kann. Da Kanzleien – wie die meisten Beratungsunternehmen – überwiegend auf der Basis von Zeiteinheiten abrechnen, verkaufen Anwälte also ihre Zeit. Je mehr sie davon in Rechnung stellen können, desto profitabler sind sie. Von einzelnen Phasen abgesehen, wie Fortbildung, Elternzeit usw., führt an langen Arbeitstagen also kein Weg vorbei. Weiterlesen

Welcher Kanzleityp passt zu mir?

Was lässt der gelernte Jurist Goethe seinen Magister Faust sagen? „Habe nun ach […] auch Juristerei durchaus studiert, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!“ Blicken Sie auch so ratlos auf ihre Zukunft und fragen sich was soll ich werden? Welcher Beruf kommt für mich infrage?
Dann gehören Sie nicht zu einer Randgruppe, sondern zur satten Mehrheit der Jura-Absolventen. Seit Jahren beantworten konstant 80 Prozent aller Juristen mit dem Zweiten Staatsexamen in der Tasche diese Frage nach ihrer Zukunft mit der Entscheidung für den Anwaltsberuf. Damit haben sie aber allenfalls einen Rahmen bestimmt. Denn unter der Überschrift „Anwalt“ lässt sich ein Berufsbild mit vielen unterschiedlichen Facetten subsumieren. Um es deutlich zu sagen: Die Eindrücke, die uns Danni Lowinski, Liebling Kreuzberg, Edel & Starck vom Berufsalltag vermitteln, sind bei aller Exzentrik immer noch näher an der Lebenswirklichkeit der 80 Prozent, als die Glas-und-Chrom-Büros der Law firms, in die nur eine verschwindend kleine Minderheit je einen Fuß setzen wird. Weiterlesen

Was kann ich und wenn ja wofür?

(Selbst-)Coaching steigert die Job-Fitness
Coaching ist in aller Munde, fast hat es den Status eines Allheilmittels im Personalwesen erreicht: zur Förderung der Führungskräfte, zur Optimierung von Leistungen, zur Unterstützung von Frauenförderungs- und Diversity-Programmen, zu Outplacement-Zwecken und (leider auch oft genug) zum Therapie-Ersatz für ausgebrannte Mitarbeiter.
Der Coaching-Begriff ist weit gefächert und dehnbar. Dabei ist der Grundgedanke einfach und Jahrtausende alt. Wenn man sich den Profi-Coach (noch) nicht selber leisten will, kann man mit ein bisschen Mühe und Übung auch selber aktiv werden. Frei nach Woody Allen: Selbst-Coaching ist Coaching mit jemanden, den Du wirklich kennst – und magst.
Die englische Wortbedeutung Coach = Kutsche erklärt das Prinzip des Coaching ziemlich treffend: Mit einem Transportmittel, einem Vehikel, ein Ziel erreichen. Darum geht es. Aus der Welt des Spitzensports wurde der Begriff seit den 1980erJahren auf Wirtschaftsunternehmen übertragen. Manager sollten mit einem erfahrenen Coach als Sparringspartner über ihre Person und ihre Rolle im beruflichen Zusammenhang nachdenken. Als eine Art Geburtshelfer bringt der Coach dabei Ideen und Gedanken zur Welt, die im Klienten gezeugt wurden. Denn nur Lösungen und Antworten, die der Klient selber hervorbringt, sind für ihn am Ende glaubwürdig und umsetzbar. Wer im Ethik-Unterricht aufgepasst hat, dem kommt dieser Ansatz bekannt vor. Denn diese Art der Befragung und Unterstützung ist im Grunde die älteste Methode der abendländischen Philosophie. Der erste Geburtshelfer in diesem Sinne war Sokrates. Er war berühmt und berüchtigt für seine Fragekunst, die er selber Hebammenkunst nannte. Er gebäre, wie die Hebammen, selber keine Weisheit, sondern helfe nur, sie das Licht der Welt erblicken zu lassen. Erkenne Dich selbst war sein Wahlspruch. So gesehen ist Coaching ein alter Hut, aber nach wie vor erfolgreich. Bei welchen Fragen geht man nun typischerweise zu Sokrates oder spielt selber mit seiner Methode? Weiterlesen

Falk Schornstheimer

Über dieses Blog

Das Beste von allem:
Was Coaching, Philosophie, Literatur und Kunst verbindet.
Auf diese Spurensuche begibt sich dieses Blog. Die Absicht ist: Heterogenes auf Zusammenhänge zu befragen, sich zu verirren, um etwas Unverhofftes zu finden, Umwege zu machen, um anzukommen, ins Gegenlicht zu blinzeln, um Konturen besser wahrnehmen zu können.
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